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11. September 2017

"Das Internet der Dinge, Potential für Stadtwerke" in stadt +werk 06/2017

Digitalisierung eröffnet Stadtwerken Potenzial für neue Geschäftsmodelle und die Entwicklung eines Eco-Systems. Stadtwerke stehen vor wachsenden Herausforderungen. Kundenanforderungen steigen rasant, etablierte Geschäftsmodelle brechen weg, sinkende Budgets und demographische Zwänge tun ihr übriges. Doch eigentlich verfügen Stadtwerke über viele Stärken, um vielversprechende Potenziale in einer digitalen Gesellschaft zu nutzen.

Folgender Artikel erschien in der Ausgabe 06/2017 der Zeitschrift stadt+werk:

Kunden werden immer anspruchsvoller. „Ich, alles, jetzt und überall“ beschreibt das Paradigma des Kunden, der - von Amazon & Co verwöhnt - individuelle Angebote, überall und zum besten Preis konsumieren möchte. Diesen Anforderungen können sich auch Stadtwerke nicht entziehen, reicht doch die Befriedigung von Grundbedürfnissen wie Lieferung von Energie, Mobilität oder Kommunikation nicht mehr aus, um Kunden zu begeistern und zu halten. Denn neben der Kundenerwartung wird zunehmend Wettbewerbsdruck in allen Geschäftsfeldern spürbar. Alles ist im Umbruch, prägnant erkennbar bei den Themenfeldern Energie und Mobilität. Mit den etablierten Vorgehensmodellen sind die erhöhten Anforderungen bei gleichzeitigem Zwang zu mehr Effizienz dauerhaft nicht zu meistern.

Doch unternehmerische Chancen eröffnet auch die digitale Gesellschaft und Stadtwerke verfügen hier prinzipiell über Pfunde, mit denen sie wuchern können. Dabei hilft den Stadtwerken die Tatsache, dass zwei Trends zusammen kommen: Zum einen die Konvergenz, sprich das Verschmelzen von Sektoren orientiert am Kundenbedarf. Gut erkennbar ist das beim Angebot von Tesla. Als Mobilitätsanbieter gestartet, wurde zuerst das Feld der Energiespeicherung und dann die Energiegewinnung erschlossen. Felder von großer Bedeutung, um das Mobilitätsversprechen erfüllen zu können. Zum anderen ist dies das Geschäftsmodell „Plattform“. Betrachtet man erfolgreiche Digitalunternehmen wie Google (kein Content), AirBnB (keine Hotelzimmer) oder deutsche Spieler wie Lieferheld (keine Restaurants) und MyTaxi (keine Fahrzeuge), so ist offensichtlich, dass diese Unternehmen „dematerialisiert“ aufgestellt sind. Sie schaffen das Angebot nicht selbst, sie bündeln. Damit sind sie für Kunden attraktiv. Auf der anderen Seite gestatten sie mit ihren „Plattformen“ Anbietern den Zugang zu ihren Kunden und partizipieren so vom Angebot Dritter, ohne selbst ein physisches Angebot bereitzustellen.

Da Stadtwerke nicht nur ein exzellentes Wissen über ihre Kunden und eine erhebliche Reichweite verfügen – jeder Bürger ist ja bereits Kunde – sondern zudem regelmäßig Kontakt zum Kunden in mindestens einem Geschäftsfeld haben, gilt es das Serviceversprechen wie zum Beispiel „Wohlfühlen in der Stadt“ zu definieren und darin ein attraktives Gesamtangebot aufzubauen. Das beginnt bei der Zusammenführung getrennter Geschäftsbereiche und der Schaffung übergreifender Rabatt- und Kombinationsangebote (etwa Busfahrschein plus Schwimmbadeintritt) und wird fortgesetzt mit der Überlegung, welche Offerten Dritter das eigene Angebot bereichern und die Attraktivität erhöhen können. Hier gibt es sicher eine Menge Potenziale – vom Contracting (Bereitstellung von Wärme statt Energie über Partnerschaften) bis zu multi-modalen Verkehrskonzepten, bei welchen das eigene ÖPNV Angebot durch innovative Dienstleister ergänzt werden kann. Solche Verbundpartnerschaften, Eco-Systeme, stärken und sichern nicht nur die Position, sondern schaffen zusätzliche Einnahmequellen, sofern man sich zukünftig mehr als Vermarkter denn als Versorger versteht. Diese kooperativen Ansätze können auch für Innovationen, wie den Aufbau zukünftiger Smart City Angebote genutzt werden. Hier zeigen internationale Referenzprojekte wie London, Barcelona oder Stockholm, dass sich Städte auf Infrastruktur und Bündelung konzentrieren, parallel Bürgern und Unternehmen eine Plattform bieten, innovative Dienste zu entwickeln und über die Smart City Plattform anzubieten. Eine Symbiose, von der alle Beteiligten von der Stadt, über den Bürger bis hin zu Start-ups profitieren!

Was nun aber konkret tun, um diese Chancen zu nutzen? Zuerst gilt es eine Vorstellung zu entwickeln, mit welchen Werten man zukünftig dem Kunden dienen möchte und welche Rolle im Eco-System eingenommen werden soll. Hierbei ist es ratsam, vom Startschuss weg in Partnerschaften zu denken, was kann/muss man selbst leisten, wie können Partner eingebunden werden. Danach gilt es eine Plattform zu schaffen, technisch das Betriebssystem und sozial das Eco-System, über die Dienste gebündelt und vermarktet werden. Eine solche Plattform sollte nicht nur die eigenen Angebote präsentieren, den Kunden werden Basis-Leistungen offeriert, sondern offen für Dritte und der Bereitstellung deren Dienste sein etwa via Programmierschnittstelle. Last but not least bietet sich die Chance, eigene Angebote mit Daten und Leistungen anzureichern („Open Data“). Neben den Inhalten sollte jedoch besonderen Wert auf die Benutzerfreundlichkeit gelegt werden. Denn das Angebot muss einfach zu nutzen und über die gängigen Kanäle stationär, mobil, in Kürze auch per Sprache wie Alexa zugänglich sein, das heißt inhaltlich und von der Anwendung her Kunden begeistern.

Mit einem „weiter so“, werden Stadtwerke die stark steigenden Aufgaben mit noch so viel Anstrengung zukünftig nicht mehr erfüllen können. Wichtig wird sein, die eigene Rolle neu zu definieren – beispielsweise vom Versorger zum Vermarkter. Dabei ist zu klären, was Kern, auf den man sich konzentriert, und was Kontext also Potenzial für Eco-Systempartner ist. So können Freiräume für eine stärkere Kundenzentrierung geschaffen werden, das Angebot aus Sicht der Kunden attraktiver gestaltet und neue Einnahmequellen erschlossen werden. Noch ist die Rolle der Smart City Plattform nicht besetzt und bietet Raum für Stadtwerke, sich hier zu positionieren!

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Christian Pereira

Christian Pereira

Christian J. Pereira ist Geschäftsführer von Q-loud, einem der führenden Full-Stack IoT-Anbieter. Der studierte Maschinenbauer und Informationswissenschaftler (Dipl.-Ing., Dipl.-Inf.wiss.) verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Telekommunikationsindustrie. Er war Mitgründer eines Beratungsunternehmens für die Deutsche Telekom-Gruppe, wo er maßgeblich für das Wachstum von 2 auf 250 Mitarbeiter verantwortlich war, und eines Cloud-Unternehmens für die dtms AG, welches er später an die SDAX notierte D+S AG veräußerte. Zuletzt war Christian Pereira Mitgründer der neuland GmbH & Co. KG, einem auf die digitale Transformation spezialisierten Beratungsunternehmen.

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