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16. October 2017

Die neue Energiewelt - Smart Meter – knapp daneben ist auch vorbei

Energie und Energiemanagement zählen in Politik, Privathaushalten und Unternehmen zu den Fokusthemen. Die Kosten der „zweiten Miete“ belasten Verbraucher, Energiemanagement gewinnt in Industrie und bei Dienstleistern an Bedeutung und die Politik versucht, bei der Energiewende Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen. Die Folge: alle Anbieter stehen vor wachsenden Herausforderungen. Kundenanforderungen steigen, etablierte Geschäftsmodelle brechen weg. Aktuelle Auflagen des Regulierers zur Einführung von Smart Metern lenken allerdings eher ab von der überlebensnotwendigen Frage „wie kann man Innovationen und neue Geschäftsfelder gestalten“? Denn neue Technologien schaffen neue Freiheitsgrade und disruptive Anbieter zeigen eindrucksvoll, wie sich Kundenbedarfe wecken und neue Erlösquellen erschließen lassen.

Die Fachzeitschrift "et - Energiewirtschaftliche Tagesfragen" berichtete in der Ausgabe 9/2017 über das Thema Smart Metering und der Diskrepanz zwischen Kundenanforderungen und staatlichen Vorgaben mit dem Artikel: "Die neue Energiewelt - Smart Meter – knapp daneben ist auch vorbei"

Das Thema Energie steht bei Industrie und Gewerbe oben auf der Agenda. Im industriellen Bereich sind Energiekosten zentraler Kostenfaktor geworden. Der ressourcenschonende Umgang mit Energie wird entweder freiwillig angestrebt oder durch Richtlinien gefordert. Daher ist verständlich, dass Unternehmen beim Thema Energie auf optimierte Transparenz und Energiemanagement Wert legen. In der Praxis verursacht das erhebliche Probleme. Denn die kontinuierliche, zeitnahe Datenerfassung ist nicht einfach abrufbar, erfolgt oft umständlich manuell und ist damit lückenhaft und fehleranfällig. Unverständlich, warum EVU solche Dienste noch nicht im Portfolio führen.

Denn auch das anstehende Smart Meter Roll-out verspricht keine Besserung. Dies liegt an den Rahmenbedingungen. Vorerst wurde nur der Einsatzbereich „Stromzähler“ spezifiziert, die Untergrenze definiert „ab 6.000KWh/Jahr“ und ein Messzyklus von 15 Minuten festgeschrieben. Der Einsatzbereich ab 6.000KWh/Jahr reicht beispielsweise für die Erfordernisse der Immobilienwirtschaft nicht aus, überschreiten doch nicht alle Privathaushalte den Wert. Somit lassen sich keine durchgängigen Lösungen ausrollen, da stets hybride Zählerinfrastrukturen zu berücksichtigen sind. Das macht das Management unpraktikabel und teuer, mögliches Mehrwertpotenzial liegt brach. Auch der Messzyklus ist nicht optimal gewählt. Für Anwendungen wie Benchmarking (DIN50001) genügt in der Regel die exakte Tageserfassung des Verbrauchs. Dies regelmäßig und zeitnah automatisiert zu realisieren, wäre schon ein Fortschritt gegenüber dem Status quo. Doch sind für genaue Analysen oft höhere Auflösungen notwendig. Nur dann lassen sich Verbräuche einzelner Geräte/Maschinen deutlich erkennen und analysieren. Ist die Auflösung zu grob, so errechnet sich lediglich ein statistisches Mittel im Intervall von 15 Minuten, was Wünsche und Anforderungen der Industrie nicht abdeckt. In diese Lücken stoßen bereits erste Start-ups wie beispielsweise die Twingz Development GmbH, um eigene Systeme (Messgeräte und Visualisierungssoftware) zu installieren. Diese Geräte sind nicht mit den Smart Meter der etablierten Hersteller zu vergleichen aber sie adressieren einen klaren Kundenbedarf.

Doch bei Geschäftskunden existiert ein weiterer Bedarf. Strom(verbrauch) ist ein exzellenter Indikator zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit, da das Ansteigen des Verbrauchs ein erstes, deutliches Zeichen für Fehlfunktionen ist. Lastkurven, falls sie in einer hohen zeitlichen Auflösung aufgenommen werden, geben Auskunft zu drohenden Ausfällen von Geräten, Maschinen und Stillstandzeiten. Unternehmen können mit der Messung von Stromverbräuchen einen digitalen Fingerabdruck erstellen, mit dem Einsatz von Big Data Analysen – Stichwort Machine Learning – entstehende Unregelmäßigkeiten sehr früh erkennen und proaktiv reagieren. Hier zielt die Messung des Stromverbrauchs nicht auf Energiekosten, sondern auf den Produktionsprozess an sich, ein sehr hoher Wert für die Unternehmen.

Zurück zur Diskrepanz zwischen Regulierungsvorgaben und Kundenanforderungen: Nicht zuletzt erweist sich der Fokus auf Strom als problematisch, da Strom neben den anderen Energiearten (Wärme, Kälte, Gas, Wasser etc.) nur einen Teil der Energiekosten ausmacht und gerade in der Industrie die Energieart Gas ein deutlich stärkeres Gewicht hat. Für die anderen Energiearten ist von Reguliererseite jedoch weder die Regulierung erfolgt, noch eine Entscheidung gefallen. Soll aber wirklich Transparenz beim Thema Energie herrschen, ist die Einbeziehung aller Energiearten unabdingbar. Bis dahin wird man sich im industriellen Bereich weiter behelfen müssen. Zähler werden zunehmend mit Schnittstellen (M-Bus, Impuls) verbaut, so dass die Verbrauchserfassung automatisiert werden kann. Dies gilt aber nicht unbedingt für die installierte Basis, bei der Schnittstellen oft aus Kostengründen nicht vorgesehen beziehungsweise verbaut wurden. Für die nachträgliche Ausrüstung dieser Zähler, Retrofit genannt, bieten sich Kameralösungen an, die man nachträglich auf den Zähler „klebt“. Von diesem Zeitpunkt an fotografiert die Kamera das Zählwerk, die Bilderkennung liest Werte aus und überträgt diese in digitaler Form an eine Datenbank. Das Verfahren ist einfach und funktioniert bei einer Vielzahl von Zählern. Ergänzt mit weiteren Adaptern für die gängigen M-Bus, ModBus oder RS485-Schnittstellen lassen sich die unterschiedlichsten Energie-Messstellen auslesen, komplette Daten als Zeitreihen in Datenbanken sichern und damit auch auswerten.

Die Beispiele belegen, dass beim Thema Energiemanagement vielfältige Anwendungsmöglichkeiten existieren und Verbrauchsmessung einen Wert an sich darstellt, der als Basis für neue Geschäftsmodelle dienen kann. Start-Ups und Quereinsteiger bearbeiten bereits das Segment, decken neue Kundenerwartungen mit innovativen Lösungen ab: Einfach in der Anwendung, Transparenz im Energiemanagement über alle Energiearten hinweg! So können Verbräuche nicht nur in Echtzeit erfasst und analysiert werden, sondern gestatten bei Fehlentwicklungen die schnelle Reaktion. Neu entstehende Kundenbedürfnisse sind zwar Angriffspunkte für branchenfremde Anbieter, bieten aber EVUs und Stadtwerken selbstverständlich auch die Chance, diese Betätigungsfelder selbst zu bestellen.

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Q-loud bietet mit der EnergyCam eine Retrofit Lösung für analoge Energiezähler an. Wenn Sie mehr über die Intgration von alten Zählern in moderne Smart Metering System erfahren wollen, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. 

 

Christian Pereira

Christian Pereira

Christian J. Pereira ist Geschäftsführer von Q-loud, einem der führenden Full-Stack IoT-Anbieter. Der studierte Maschinenbauer und Informationswissenschaftler (Dipl.-Ing., Dipl.-Inf.wiss.) verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Telekommunikationsindustrie. Er war Mitgründer eines Beratungsunternehmens für die Deutsche Telekom-Gruppe, wo er maßgeblich für das Wachstum von 2 auf 250 Mitarbeiter verantwortlich war, und eines Cloud-Unternehmens für die dtms AG, welches er später an die SDAX notierte D+S AG veräußerte. Zuletzt war Christian Pereira Mitgründer der neuland GmbH & Co. KG, einem auf die digitale Transformation spezialisierten Beratungsunternehmen.

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